Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Drei neue „violette Stationen“ der Petersburger Metro eröffnet

Von   /  8. Oktober 2019  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Am 3. Oktober eröffnete der neue Petersburger Gouverneur Alexander Beglow die drei neuen Stationen „Prospekt Slawy“, „Dunaiskaja“ und „Schuschary“ im Süden der Stadt. Die Eröffnung geschah zum zweiten Mal, denn nach der ersten Einweihung am 5. September, die offensichtlich ein Wahlmanöver war, waren die Stationen nochmals für einen Monat geschlossen worden.

Offiziell wurden die drei Stationen nach dem ersten Eröffnungsfest aus „Sicherheitsgründen“ nochmals für den Verkehr geschlossen – inoffiziell war allen klar, dass die Feier drei Tage vor der Gouverneurswahl als Werbeauftritt des wenig populären Beglow herhalten musste. Doch gemessen an der gesamten Zangengeburt kam es auf einen Monat mehr oder weniger nicht mehr drauf an.

Die drei Stationen, die das vorläufige Ende der violetten 5. Metrolinie bilden, haben eine lange und zähe Entstehungsgeschichte hinter sich. Schuld daran hatte in erster Linie nicht der sumpfige Untergrund von Petersburg, der normalerweise als Rechtfertigung für das langsame Bautempo der Petersburger Metro herangezogen wird, sondern Konflikte zwischen Auftragnehmern- und Gebern und wirtschaftliche Probleme.

Bauarbeiten seit 2014

Den Bauauftrag erhielt die Firma „Metrostroi“ von der Stadt schon 2014 mit dem Ziel, die neuen Stationen bis zur Fussball-WM fertigzustellen. Als dies nicht gelang, wurden die Mittel gekürzt und sämtlidhe Verträge annulliert.

Im Mai 2019 kündigte die Stadt erneut sämtliche Verträge und brachte die hoch verschuldete „Metrostro“ an den Rand des Bankrotts, ausserdem organisierten Arbeiter, die ihren Lohn nicht erhielten, mehrmals Streiks. Die Stadt machte angesichts der drohenden Katastrophe einen Rückzieher und bewilligte sogar mehr Mittel. Diesmal sollten die Linien bis zum September fertiggebaut sein, was wiederum nicht gelang – nach einem weiteren Monat sind die Stationen nun geöffnet. Die Endstation „Schuschary“ ist die bislang südlichste Metrostation von St. Petersburg.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Petersburger Traditionsbetrieb „Metrostroi“ am Rande des Abgrunds

Zahlreiche blinde Bombenalarme in der Petersburger Metro

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.