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Fussball-WM sei Dank: Elektronische Express-Visa für Petersburg

Von   /  22. Juli 2019  /  1 Kommentar

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eva.- Die Fussball-Weltmeisterschaft hat gezeigt, dass die erleichterte Einreise per Fan-ID den Russland-Tourismus stark stimuliert. Nach Wladiwostok und Kaliningrad werden nun auch Reisen in die Region St. Petersburg dank einem (vorläufig) kostenlosen elektronischen Visum vereinfacht. Ab dem 1. Oktober wird deshalb mit einem starken Zuwachs an Touristen gerechnet.

Während der Fussball-WM 2018 in Russland war immer wieder zu vernehmen, dass sich viele ausländische Touristen Tickets und Fan-ID nur beschafft hatten, weil es eine sehr einfache Möglichkeit bot, Russland zu bereisen. Dies hat nun offenbar Wirkung gezeigt, denn ab dem 1. Oktober werden gemäss Präsidenten-Ukas elektronische Visa für maximal acht Tage für St. Petersburg erhältlich sein.

Diese neue Regelung wird laut Fontanka.ru in erster den Individualtourismus begünstigen – jene Gruppe von Reisenden, für die eine Reise nach Russland bisher mit langen Wartefristen und umständlicher Bürokratie verbunden war. Für sie werden nun spontane Reisen nach Piter möglich, da die elektronischen Visa per Internet beantragt und bereits innerhalb von vier Tagen erhältlich sind, ohne dass irgendwelche Dokumente eingereicht werden müssen.

Elektronische Visa vorläufig kostenlos

Vorläufig sind diese Visa kostenlos erhältlich, es wird jedoch angenommen, dass nach einer Testphase die übliche konsularische Gebühr von rund 35 Euro erhoben wird. Doch auch das ist noch immer noch viel günstiger und schneller als die bisherige Lösung, die bisher viele Ausländer von einer Reise nach Russland abgehalten hatte.

Die Tourismusindustrie rechnet darum mit einer starken Zunahme von ausländischen Gästen ab dem kommenden Herbst. Sicherlich wird dadurch auch der Touristenstrom aus Westeuropa wieder zunehmen, der wegen der Krimkrise ab 2014 stark zurückgegangen war. Die heimische Hotelerie und Gastronomie wird aufatmen, weil sie an den zehntausenden chinesischen Touristen wegen der mafiösen Geschäftspolitik der Reiseunternehmen fast nichts verdient.

Es wird damit gerechnet, dass die Liste von Ländern, für die das neue Visa-Regime gilt, in etwa jener von Kaliningrad entspricht. Darauf stehen 53 Länder, darunter die EU-Staaten, Japan, Saudiarabien, die Philippinen, Kuwait, Singapur, China, usw. Paradoxerweise tritt am 1. Oktober das Verbot für Minihotels und Pensionen in umgebauten Wohnungen in Kraft, die schon jetzt vielen Kopfzerbrechen bereitet.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Da bewegt sich ja was.
    Wenn Visas schnell und via „App“ zu beantragen und erhalten sind wird das mehr Besucher anlocken. Ich freue mich weil Freunde und Bekannte dann leichter und spontaner kommen koennen.
    In den letzten 2-3 Jahren habe ich den Eindruck, das die digitalisierung der formals traegen Buerokratie schwung bekommen hat. Fast alle Behoerdengaenge sind bereits online vorbereitbar.
    Das Hilft den Buerokraten und die Buerger koennen schneller Antraege loswerden.
    Das positive Feedback (egal ob Kitaplaetze oder sonstiges vom Buerger benoetigt werden) der Buerger und das problemlose Visa verfahren waehrend der WM sorgte hier wohl für die geradezu rasante digitalisierung :)

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