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Video enthüllt Folter im Petersburger Untersuchungsgefängnis „Kresty-2“

Von   /  8. August 2019  /  Keine Kommentare

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eva.- Wie die russische Zeitung „Kommersant“ schreibt, enthüllt ein Video, das auf der Webseite www.gulagu.net veröffentlicht worden war, die Folter eines Insassen des Petersburger Untersuchungsgefängnisses „Kresty-2“. In der kurzen Aufzeichnung ist zu sehen, wie ein auf einem Bett liegender Mann von mehreren Personen geschlagen wird. Mittlerweile bekannte sich die russische Organisation für Strafvollzug (FSIN) zu dem Vorfall.

Wie der stellvertretende Leiter der Behörde Valeri Maximenko erklärte, ereignete sich der Zwischenfall am 18. Juli, weil sich das Opfer ungefragt eine Zigarette aus einer fremden Packung oder eine ganze Packung genommen habe. Die FSIN-Mitarbeiter seien nicht eingeschritten.

Neben der Gewaltanwendung seien noch weitere andere Verstösse festgestellt worden, sagte er weiter. Zum Beispiel sei unklar, warum sich Personen in Zivilkleidung in der Zelle aufgehalten hätten, oder wie unerlaubterweise ein Mobiltelefon in die Zelle gelangen konnte. Untersucht werde auch, ob im Gefängnis eine „Presskammer“ (russisch: „Press-Hata“) betrieben werde. So wird im russischen Gefängnis-Jargon eine geheime Zelle genannt, in der Insassen von Gefängnis-Mitarbeitern misshandelt werden.

Der russische Strafvollzug gilt generell als sehr undurchsichtig, gewissermassen als „Staat im Staat“. Immer wieder kommen Fälle von Folter oder anderer illegaler Machenschaften an die Öffentlichkeit. Im vergangenen Jahr waren Videoaufnahmen aus einer Strafkolonie bei Jaroslawl veröffentlicht worden, die zeigten, wie ein Mann von einer ganze Gruppe von Aufsehern geschlagen wird. Die Aufnahmen stammten aus einer Überwachungskamera, die FSIN-Angestellte in gewissen Gefängnissen oder Straflagern mit sich tragen.

Das europaweit grösste Untersuchungsgefängnis „Kresty-2 geriet schon während seiner langjährigen Bauzeit in die Schlagzeilen. 2017 wurde Sergei Moisejenko, der stellvertretende Leiter der Petersburger Strafvollzugsbehörde (UFSIN) verhaftet, weil er verdächtigt wurde, seinen Untergegebenen Nikolai Tschernow umgebracht zu haben, der die Bauarbeiten leitete.

Video: www.gulagu.net

 


www.kommersant.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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